Ein Rahmen entsteht

Zur Herstellung eines Bilderrahmens werden bei der Firma F.G. CONZEN fast die gleichen Materialien und Werkzeuge verwendet, wie sie schon seit dem Mittelalter in Gebrauch sind. Die Berufsbezeichnung des Vergolders gibt es fast ebenso lange und genau wie damals sind Geduld und Geschicklichkeit unentbehrlich, um diesen Beruf auszuüben.

Um einen Bilderrahmen herzustellen, nimmt man eine rohe, profilierte Holzleiste. Diese wird auf Gehrung geschnitten und mit Holzleim zusammengesetzt.

Anschließend wird sie mit einem Gemisch aus Glutimleim, Wasser und Kreide überzogen. Je nachdem wie stark der Kreidegrund ist, sind 8-12 Aufträge nötig. Jede Schicht sollte gut durchtrocknen, um Rißbildung zu vermeiden. Danach wird der Grund mit Schleifpapier von grober bis feiner Körnung geschliffen.

Nun wird der Träger des Blattgoldes aufgetragen, das Poliment. Es besteht aus Glutimleim, Wasser und Bolus, einer Tonart. Dieses Poliment gibt es in verschiedenen Farben und durch Zugabe von Pigmenten sind fast alle Farben mischbar.

Jetzt folgt das sogenannte "Anschießen", daß Auflegen des Blattgoldes. Dazu wird die polimentierte Fläche mit Wasser, dem man etwas Spiritus zugeführt hat, "genetzt" und das Blattgold mit Hilfe eines Pinsels auf die noch nasse Fläche gelegt. Nach einigen Stunden der Trocknung muss das Blattgold mit einem Achatstein auf Hochglanz poliert werden.

Um den Untergrund sichtbar zu machen, wird das Gold mit Bimsmehl und Spiritus durchgerieben. Die danach anfallenden Arbeiten sind je nach Ausführung des Rahmens unterschiedlich. Die Rahmen werden getönt und je nach gewünschtem Aussehen farblich gefaßt.

Es stehen über 2.000 Verzierungen unterschiedlich gestalteter Profile, sowie Sonderanfertigungen als auch Kopien alter Rahmen zur Auswahl. Das Blattgold wird nach dem Anschießen mit diesen Poliersteinen auf Hochglanz poliert.

Der Fa. F.G. CONZEN stehen ca. 2000 Verzierungswalzen zur Verfügung, von denen einige mehr als 100 Jahre alt und immer noch in Gebrauch sind. Mit diesen Walzen werden Bandverzierungen für Bilderrahmen ausgedrückt, die vor dem Grundieren aufgebracht werden. Die Masse wird nach einem alten Rezept aus Glutinleim, Leinöl, Kreide und Kolophinium hergestellt.

Die Grundierung besteht aus Glutinleim, Wasser und Kreide und muß im Wasserbad warm gehalten werden, damit sie streichfähig bleibt. Diese Schicht trägt maßgeblich zum Gelingen der Polimentvergoldung bei. Eine weitere alte Verzierungs - technik die bei F.G. CONZEN angewandt wird ist die Radierung. Dazu wird Gold auf dem Rahmen angeschossen und nach dem Polieren mit einer stark pigmenthaltigen Farbe, der Radierfarbe, überstrichen. Nachdem die Farbe getrocknet ist, wird mit einem Radierstab das Ornament herausgekratzt ohne das Gold zu beschädigen. Diese Technik wurde häufig auf Plattenrahmen in der Renaissance angewendet. Pigmente und Wachse werden unteranderem für die farbige Oberflächengestaltung eingesetzt.